Karneval Spanien

 

 

Hintergründe zum Karneval in Spanien

"Carneval", das große Fest vor Beginn der Fastenzeit, ist wahrscheinlich heidischen Ursprungs und diente dazu, den  Winter zu verabschieden und den nahenden Frühling willkommen zu heißen. Angenommen, der Name leitet sich vom lateinischen "carnevale" (Fleisch, lebe wohl") ab, dann bestünde ein Zusammenhang mit dem Karneval und der bevorstehenden Fastenzeit, in der Fleisch ja traditionsgemäß ein Tabu war. Den Höhepunkt des karnevalistischen Treibens auf den Kanaren bildet der Umzug am Faschingsdienstag. In Spanien waren unter Franco die Feiern jahrelang untersagt. Die gerissenen Einwohner von Santa Cruz umgingen jedoch das Verbot, indem sie einfach "fiestas de invierno" (Winterfeste) feierten.

Der Karneval auf den Kanaren ist bekannt für sein südamerikanisches Flair und seine ausgelassene Stimmung. Die farbenfrohen Umzüge mit ihren phantasievoll geschmückten Wagen, den ausgefallenen Kostümen und den lebensfrohen Samba-, Rumba-, und Merengue - Rhythmen lassen bei sommerlichen Temperaturen wohl auch lateinamerikanische Stimmung aufkommen. Zu den Höhepunkten des "närrischen Treibens" gehören auf den Kanaren die Wahlen der Karnevalskönigin, mehrere große Umzüge, Kostüm- und Musikwettbewerbe und das sogenannte "Begräbnis der Sardine" am Aschermittwoch. Meist handelt es sich dabei - nicht nur auf den Kanaren, sondern auch auf dem spanischen Festland - um das Verbrennen von Strohpuppen.

 

Im andalusischen Cadiz stehen satirische Gesänge im Mittelpunkt des Karnevals. Zahlreiche Gruppen und Chöre singen und spielen in den Theatern, auf den Straßen und Plätzen.

Von allen Zeremonien beim Karneval von Santa Cruz ist die "Beerdigung der Sardine" am Aschermittwoch wohl die verrückteste. Das Pappmache-Sardinenmonster ist bis zu zehn Meter lang und wird als Symbol Teneriffas von acht Männern in einer Prozession durch die Straßen getragen. Begleitet wird der Fisch von einer Musikkapelle und einigen "Witwen", in der Regel laut wehklagende, kreischende Männer, die sich mühsam auf Stöckelschuhen dahinschleppen und mit schwarz verschleierten Hüten bekleidet sind. Der Trauerzug belustigt eine fröhliche Menschenmenge am Straßenrand und bewegt sich langsam zwischen den Zuschauermassen auf eine bestimmte Seite am Hafen zu. Dort wird der Fisch in einem Freudenfeuer verbrannt oder zusätzlich mit Krachen zum explodieren gebracht. Das bildet dann den Auftakt zum großen Feuerwerk.

 


 

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